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irgendwann im August 2001 - Wie alles begann...

"Am Montag, den 06.08.2001 erreichte ich endlich einmal telefonisch Daniel. Wir unterhielten uns über alles mögliche, so auch darüber, was ich momentan so treibe. Ich erzählte ihm von meinem Traum, das Abitur in der Abendschule nachzumachen, genau wie er es getan hatte. Er erzählte mir darüber (daß es kein Geld kostet, daß der Unterricht zwischen 17.00 und 22.00 Uhr ablaufen würde, was es für Fächer gibt usw.), und dann sagte ich ihm noch, daß ich vorher gerne (oder vielleicht auch hinterher) noch das Fremdsprachensekretariat wieder aufnehmen würde. Sein Kommentar: "Na dann aber hopp hopp..."
(Ich liebe es, wenn er diese Tonart anschlägt, mit der er mich wirklich zu allem befähigt - er weiß, mir Beine zu machen... Ein Jammer eigentlich, daß wir so verdammt wenig miteinander zu tun haben... *g*)
Dann legten wir auf, weil Olli kam.
Am Dienstag rief ich bei der Goetheschule an, um mich über das Abendgymnasium zu informieren. "...Tja, also, Sie brauchen, da wir eine Schule für berufstätige Leute sind, entweder drei Jahre durchgehend Berufserfahrung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung", sagte die Dame am Telefon.
Also war die Reihenfolge klar. Und obwohl ich wußte, daß die Schule schon längst wieder angefangen hatte, brachte mich irgend etwas dazu, an diesem Tag die F.-L.-Schule anzurufen.
Ich erzählte mein Problem, warum ich die Schule damals abbrechen mußte (meine Mutter wollte, daß ich eine andere Ausbildung mache...) und daß ich diese Sorge jetzt nicht mehr hätte (was natürlich halb gelogen war - aber ich WOLLTE diese Ausbildung!). Das Sekretariat sagte mir, ich solle später noch einmal anrufen und mit einer Frau F. sprechen; sie sei die Zweigleiterin. Das tat ich dann auch. "...Eigentlich nehmen wir nur noch Schüler bis 21 auf... (ich war fast 23...) Aber ich will mal mit Ihrer ehemaligen Klassenlehrerin sprechen und zählen, ob wir noch einen Platz frei haben... rufen Sie mich doch bitte am Donnerstag nochmal an!"
Gehofft und gemacht. Am Donnerstag sagte sie: "Ja, also Sie haben ja damals viel gefehlt... aber wir wären gewillt, Ihnen da noch eine Chance zu geben. Kommen Sie nur so bald wie möglich vorbei, damit Sie nicht noch mehr verpassen..."
JUCHU! *freufreufreu*... und zur gleichen Zeit: Scheiße, jetzt ist es so weit, das bedeutet Klage gegen die Eltern... (ich werde wohl nicht vergessen, wie ich mich in diesem Augenblick fühlte.)
Also trat ich am Freitag, den 10.08.2001 pünktlich um 8.00 Uhr meinen ersten Schultag an, regelte im Sekretariat den Papierkram und ging in den Unterricht.
Am Nachmittag rief ich dann meine Eltern an, und sagte ihnen, ich hätte nun wieder einen Ausbildungsplatz auf der F.-L.-Schule, als letzte Chance, und wir müßten uns 'mal, recht bald bitte, über das Finanzielle unterhalten. Nun, ich solle halt heute Abend (also Freitag) gegen 19.30 bwz. 20.00 Uhr vorbei kommen.
Meine vorherige Reitstunde war miserabel...
19.45 Uhr war ich da.
In den ersten Minuten diskutierten wir viel, dann immer weniger. Der Grund: Vorwürfe seitens meiner Eltern ("na und, wir mußten auch arbeiten"... "wieso sagst Du uns das jetzt erst"... usw.) und eine maximale Einigung auf einen Betrag von 500 DM inklusive Kindergeld... aber das sei schon mordsschwierig. (Meine Eltern sind beide langjährige Beamte bei einem gewissen Telekommunikationsunternehmen...)
Ich sagte entschieden nein, das sei zu wenig. Aber sie meinten dann, ich könne ja mal meine Großeltern fragen, ob die mir nicht noch etwas dazu geben wollten. Gut fand ich das nicht. Meine letzte Variante war dann, daß ich sagte: "Sagen wir mal, es kommt zu einer Einigung. Wäre es dann möglich, darüber etwas schriftlich festzuhalten?" ...Wohl weißlich, daß die Launen meiner Mutter wechseln wie das Wetter, und daß ich aufgrund dessen nie wirklich auf das vertrauen konnte, was meine Mutter sagte (vor allem auf zwischenmenschliche Angelegenheiten bezogen!). Daraufhin tickte meine Mutter ganz aus - sie war wütend und schrie. Was das denn solle, fragte sie, und es sei ja wohl Ehrensache, ich hätte immer als erster mein Geld bekommen (<- ?!... kann ich nicht genau sagen... mag sein... aber es gab genug andere Sachen, in denen sie ihre Meinung prompt wechselte, wie kann ich mir da so sicher sein, daß das nicht in diesem Punkt in Zukunft auch passiert?!), ich hätte ja kein Vertrauen (stimmt...!), sie fände das unmöglich und sie würde sich von dem Brief von Weihnachten verarscht fühlen (ich hatte ihr geschrieben, dass ich mich irgendwie nicht gewollt fühle...). Sie könne sich jedenfalls nicht mehr für mich aufgeben.... (daß das umgedreht genauso ist, versteht sie wohl irgendwie nicht.)
Um 22.45 Uhr klingelte dann Thomas an der Tür und traf auf eisernes Schweigen. Ich sagte dann, wir sollten gehen.
Mein Vater an der Tür, mit Tränen in den Augen, meinte, ob es nicht auch anders hätte verlaufen können. Ich sagte ihm, ich habe das jahrelang probiert, probiert, diese Familie zu retten. Aber es geht so nicht. Ebenfalls Tränen in den Augen, drehte ich mich um und ging.
In diesem Moment tat mein Vater mir sehr Leid, doch das sollte sich bald ändern.
Am nächsten Tag entschied ich mich dazu, meine Eltern anzurufen und ihnen zu sagen, ich würde mich auf Tarifverhandlungen mit meinen Großeltern (mütterlicherseits; väterlicherseits gab es keine mehr) einlassen, aber im Falle eines einzigen Zahlungsverzuges sofort ohne jeden Kommentar mir einen Anwalt suchen. Sie freuten sich hörbar... dann hatte ich meinen Vater an der Strippe. Er meinte, sie (meine Eltern) hätten Existenzängste (!!), und ob es ir denn nicht genügen würde, daß ich die 18 Jahre bei ihnen hätte genießen können - meine Mutter hätte mich ja neun Monate in ihrem Bauch getragen, gehegt und gepflegt (körperlich vielleicht... aber seelisch?...), und sie hätten mir ja schließlich das Laufen und Sprechen beigebracht, obwohl sie mich hätten auf dem Flohmarkt verkaufen können. Kurzum: Es sei kein Platz in dieser - materiellen - Welt für uns drei...
Dankeschön Papa... somit war auch das Vertrauen in Dich und das Mitleid mit Dir dahin.
Dennoch fuhr ich am Dienstag, den 14.08.2001 zu meiner Oma nach L.. Wir unterhielten uns über ein paar Sachen - nicht über alles; den Streit mit meinen Eltern ließ ich erstmal aus. Mein Onkel kam dann hinzu, fragte dann konkreter nach, ob meine Eltern denn zahlungswillig seien, und daß, wenn wir uns so nicht einigen könnten, ich doch zum Anwalt gehen könnte. Meine Oma: "Ja, das würd' ich auch machen..."
Himmel, wenn ich das früher gewußt hätte, daß die so darüber denken... Dann hätte ich diese Geschichte schon vor drei Jahren durchgezogen... Somit war die Sache klar.
In dieser Woche (am Freitag) besuchten wir (Thomas und ich) dann noch meinen Opa in der Ayurveda-Klinik.

Innerhalb dieser Woche rief ich dann auch eine Anwältin an... Gelbe Seiten auf... Rechtsanwälte Familienrecht... und Intuition. So kam ich dann auf N. C.. Wie sich später herausstellte, eine sehr, sehr nette, menschliche, agile, hübsche Anwältin. Goldrichtig gewählt (danke, Intuition...).
Für Montag Nachmittag bekam ich dann einen Termin. für diesen Termin schrieb ich einen vier-Seiten-Werdegang (oder waren es sechs?...), in dem das Wesentliche stand, und suchte sämtliche Unterlagen zusammen, die die Richtigkeit der Sachlage belegen konnten.
(Später kam dann noch der Bafög-Antrag, oder besser: eine Kopie davon, hinzu, die ich mir Dank Blitzeinfall und guter Aktensortierung der Stadt beim Sozi persönlich abholen konnte; geschehen am 27.08.2001.)
Thomas kam zum ersten Termin mit hinein zu ihr, und wie ich schon sagte, war sie auf Anhieb sehr sympathisch. Sie hörte sich die Sache an und übernahm das Mandat...
Glücklicherweise hatte Thomas in meinem Auftrag am Montag zuvor beim Landgericht einen Beratungshilfeschein besorgt (auf Anraten des Kinderschutzbundes, mit dem ich am 10.08.2001 recht aufgewühlt telefonierte, um mich zu informieren und meinen Seelenballast loszuwerden), und somit stand der ganzen Geschichte nichts mehr im Wege.
Das Schicksal nahm seinen Lauf... endlich."
unkreativ.net - 8. Aug, 00:36

Du,
durch das Kursiv sind die langen Texte schwer zu lesen. Vor allem mit der Schriftart in der Größe auf so hellem Hintergrund mit einem solch "unruhigen" Bild dahinter.

Vielleicht kannst Du zumindest das Kursiv rausnehmen?

Aber spannend zu lesen!

LG

Gänsekraut - 8. Aug, 10:37

...komisch, heute Morgen habe ich geträumt, ich würde da sitzen und die ganzen Kursiv-"i"s wieder weg machen.
Was machst Du in meinen Träumen?... *lach*

Mir war halt wichtig, hervorzuheben, dass es nicht mein aktuelles Innenleben ist... sondern ein ausgegrabenes. Aber gut, extra für Dich... (o:
unkreativ.net - 8. Aug, 11:01

Bist ein Schatz :-)
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